Mittwoch, 11. April 2012

off the beaten track - part two

Numbur Cheese Circuit – Eine Challenge jagt die nächste

Tare Kharka erreichten wir gegen Mittag bei Minusgraden.
Nach dem wir uns eine Weile im Küchen/Dining-Hüttchen aufgewärmt hatten sind wir trotz immer stärker werdendem Schneefall los die Umgebung erkunden. Auf den fast schon täglichen 4stündigen Mittagsschlaf bis zum Abendessen hatten wir heute keine Lust und dem Küchenteam beim Kochen zuzuschauen war zwar hochinteressant, aber wirklich warm wurde es uns dabei nicht.

Eiszapfen schon am Nachmittag



Küche mit Aussicht, fehlen nur noch die Fenster...
Gegen Abend klarte dann überraschend der Himmel auf und die Abendsonne ließ die Bergspitzen hell erstrahlen. Was wunderschön aussah hatte aber auch einen Nachteil, die Kälte.
Nach dem Abendessen haben wir vorsorglich noch eine Tablette zur Linderung der Höhenkrankheitssymptome eingenommen, allerdings ohne die Nebenwirkungen zu kennen.
Klaus und Ich waren nachts jeweils 3mal zum Pinkeln draußen, Heinz sogar 8mal! :-)
Anders hätten wir aber wohl eine sternklare Nacht mit weißen Bergen drum herum einfach verschlafen. Dumm nur, dass es in dieser Nacht ca. -10° bis -15°C kalt war! Beste Zeit um ständig durch den Schnee zu stapfen...

Am Morgen sind wir nach schnellem Frühstück und mit eiskalten Fingern & Füßen los auf die Königsetappe.
Der höchste Punkt auf unserem Trek lag vor uns, der Gyazo La Pass mit 4890m.

da geht´s hoch!

gut aussehen ist schon mal die halbe Miete für den Aufstieg! ;-)
Die Porter sind (wie eigentlich immer) mit strammen Beinen und teilweise FlipFlops an den Füßen voraus, haben selbst die Serpentinen abgekürzt und sind straight den Berg hinauf!

Verschnaufpause Nr 136

Für uns Touristen waren die 750 Höhenmeter mehr als anstrengend, jeder musste bis an seine Leistungsgrenze gehen und noch weiter. Kein Wunder, denn auf 5000m hat die Luft nur noch einen Sauerstoffgehalt von 50%!
Oben angekommen war die Freude dann groß und das Wetter toll, so konnten wir bei fast schon sommerlichen Temperaturen die Aussicht genießen und uns gegenseitig beglückwünschen.

alle 23

Spitze!
da macht fotografieren wirklich Spaß!

Thomas und der Numbur Peak (6959m)
Am selbigen Tag ging es wieder runter auf 3690m, die eisigen Temperaturen blieben uns, wenn auch abgeschwächt, treu.

Vorbei an Gletschern...

...ab zur Waldgrenze!
Inhouse-Camping

Zur Feier des Tages servierte uns der Küchenchef hausgemachte Pizza, herstellt auf Topfdeckeln und zubereitet auf dem offenen Feuer. Geschmacklich besser als PizzaHut & Co!

Volltreffer! Ein Hoch auf die Küche!
Überhaupt wurden wir auf dem Trek kulinarisch so verwöhnt, dass es beinahe unmöglich war ein paar Kilo zu verlieren, so leckeres Essen hatte ich die kompletten 7 Monate nicht verputzt.  Pfannkuchen zum Frühstück, frischgebackenes Brot, vorzügliches Daal Bhat, westliche Gerichte und immer wieder leckere Knoblauch-Suppen, nach dem 3ten Tag mussten wir die Küche bremsen uns zu mästen, sonst wären wir die Berge vor lauter (weiterem) Übergewicht nicht hochgekommen!

Millionen von Marienkäfern auf dem Boden (okay schlechtes Beweisfoto...)
Die weiteren Tage ging es meist immer tiefer runter, allerdings nicht stetig, sondern 2 Hügel hoch und wieder 3 runter. Anstrengend & schweißtreibend!
Am Mittag des achten Tages erreichten wir das erste Dorf und die ersten Menschen nach über 6 Tagen völliger Abgeschiedenheit!

Zivilisation in Sicht!
und der erste "Kontakt"

Endlich wieder mal ein warmes Bett, ein Stuhl zum Sitzen, die erste warme Dusche seit Kathmandu und eine normale Toilette (in Nepal gibt’s nur Plumpsklos)!
Zum Feiern gab es auch wieder einen Grund, denn Hari, unser Guide, feierte seinen Geburtstag und neben Eierkuchen aus der Küche (natürlich auf dem Feuer gebacken!) gab es abends dann noch eine Sherpa-Tanzeinlage der Dorfbewohner.

Geburtstagsparty im Guesthouse

Tanze Sherpa mit mir!
Käserei - wird wirklich saisonal betrieben
Auf 2200m freuten wir uns nun auf heiße Temperaturen und Sonnencreme, relaxtes Laufen und viel Entspannen. Allerdings scheint jemand eine Schlechtwetter-Glocke über Nepal gestülpt zu haben, denn wir wurden mit Regen und Unwetter beschenkt. Ein Großteil des restlichen Weges bestand aus Straße, die durch die Wassermassen zur reinsten Rutschpartie wurde.

Nass bis auf die Haut, so stand ich da...

Die Donner grollten tierisch laut und die Blitze waren so hell und nah, ich hab mich gefühlt wie bei Men In Black. Ständig wurde man „geblitzdingst“…

Pause bei unserer Genusswanderung

Auf halber Strecke haben wir im Dorf Kyama Schutz gesucht und uns Tee und heiße Kartoffeln mit höllisch scharfer Soße schmecken lassen. Nach gut 2 Stunden im Trockenen und einem Heiratsantrag später (der mir unterbreitet wurde, nicht falsch verstehen!!) ging es weiter nach Gumdel.

Ich hab nur Augen für die Kartoffeln

Wir 6 wurden im vermeintlich besten Guesthouse des Dorfes einquartiert, die Porter übernachteten 15 Minuten entfernt woanders. Ob das nur Vorwand war ließ sich nicht beweisen, aber nach Essen in der kalten & verrauchten Küche (die Menschen haben hier zum Schutz vor Geistern keine Abzüge & Kamine) ging es in die Zimmer, wo teilweise Fensterscheiben fehlten und das Regenwasser von der Decke tropfte. Die Porter hingegen hatten wohl richtig Spaß, jedenfalls hätten wir heute auf den Guide verzichten und einfach der Alkoholfahne folgen können!

Zimmer mit Ausblick!

Die letzten beiden Tagesetappen haben wir zusammengelegt, eigentlich wollten wir einen örtlichen Jeep für einen Teil davon nutzen, aber bei dem Wetter fährt hier kein Auto.
Also ging es zum Grande finale noch mal 1200 Meter hoch nach Serding und auf der anderen Seite wieder 1600 Meter runter. 2800 Höhenmeter in wenigen Stunden! Aber dank endlich mal tollem Wetter, wunderschönen Rhododendrenwäldern und einer Käseproduktion auf dem Weg (nun wird der „Numbur Cheese“ seinem Namen gerecht) konnten wir den langen Tag trotz heißen Fußsohlen und wackeligen Knien genießen.

fast wie an der Kneipentheke

Sherpa-Village im Nirgendwo

unterwegs wird Erste Hilfe geleistet
Mr. Cheese Chong

wieder Gebetstafeln
so nen Garten hätt ich gern!

Zurück in Shivalaya, dem Startpunkt des Treks, war dann feiern angesagt. Bei Bier und Chicken (die letzten 10 Tage gab es ja nur heißes Wasser und Vegetarisches) haben wir uns bei den Portern bedankt und alle gemeinsam zu Nepali-Folk getanzt!

Fleisch & Alkohol macht müde Männer munter!

Warum können eigentlich alle außer mir tanzen?!?!

Abfahrt aus Shivalaya
Nach über 12 Stunden Busfahrt am Donnerstag war der NCC-Trek dann offiziell beendet und wir alle glücklich und schwer beeindruckt.

Die folgenden 2 Tage verbrachten wir mit viel Entspannen, ausgiebiger Körperpflege und etwas Sightseeing.

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Ich würde mich freuen wenn sich die größerwerdende Leserschaft entweder durch lautes Rufen oder Kommentieren oder Knöpfendrücken (einen der 3 auf der Website dann aber bitte...) bemerkbar macht.
Dann opfere ich auch gerne nächstes Mal wieder 3 +x Stunden (das dauert echt so lang!) meines Schlafs für euch!
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Hier noch ein paar Eindrücke aus Kathmandu:

zum Glück gabs am Abend zuvor erst Chicken...
der Obstmann

Wenn Kräfte wirken

Besuch beim Barber

Bhaktapur - die alte Königsstadt

Rikscha-Fahrer

Stupas in der Altstadt

7 Kommentare:

Rene hat gesagt…

Unfassbar coole Bilder, die besten bisher!
Einfach nur hammer.
Und zitate von einer schwäbischen hiphop band? Oo

Martin hat gesagt…

Ah Enn Enn Ah ;-)

Anonym hat gesagt…

Super gemacht, Jochen. Da hast du wohl gestern noch eine Spaetschicht eingelegt. Danke fuer deine Arbeit, mann vergisst so schnell bei den vielen Eindruecken, ohne Dokumentation.
Johannes

Julia hat gesagt…

ziemlich geil! dagegen ist Neuseeland ja ein Spaziergang gewesen. Will da auch hin :)
Julia

Anonym hat gesagt…

We looove!!! Danke jochen :-)) thomas

Karl hat gesagt…

Leider geil, Jochen! Ich bin gerade schnurstracks aus dem Büro, habe mich auf eine Bank gesetzt und geheult - ich will auch! Trotzdem schöne Grüße!Karl

Uschi hat gesagt…

Ich bin schwer beeindruckt und mächtig stolz auf dich! Weiter so! Deine Reiseberichte sind einfach umwerfend! Danke, dass ich aus der Ferne mitreisen darf.Freu mich schon auf den Rest.
Deine Mama Uschi

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