Numbur Cheese Circut – Ein Wintermärchen
Eines vorweg: alle Beteiligten haben den Trek gut überstanden und wir sind heil zurück in Kathmandu angekommen. Da nach meinen Nepal-Abenteuern die Zeit des Reisens wohl erst mal vorbei sein wird stückele ich die zurückliegenden Erlebnisse in mehrere Blog-Einträge.
Also nicht wundern sondern freuen, denn das bedeutet vor allem: mehr Bilder! :-)
Nach 3 total relaxten Tagen in Sydney (ich hab das Hostel wirklich nur zum Lebensmittelkaufen verlassen!) ging am 23.03. der Flieger nach Kathmandu, Nepal.
Den ersten Tag habe ich mit gutem Essen, billigen/günstigen Shoppen verbracht und bin in eine völlig andere Kultur eingetaucht.
Kathmandu und wohl auch der Rest Nepals ist wirklich eine andere Welt.
Das Land ist total unterentwickelt, Landwirtschaft wird mit Nutztieren und Handarbeit bewältigt, einspurige Schotterpisten werden als Highways bezeichnet und die Infrastruktur hinkt der von anderen asiatischen Ländern deutlich hinterher. Abgesehen von den Kommunikations- und Transportmitteln fühlt man sich wie im späten 19ten Jahrhundert!
Anyway: Nach 7 Monaten quasi alleine in der fremden Welt war erst mal ein großes Wiedersehen angesagt!
Papa, der mich nach Nepal eingeladen hat und der mit dem Rest der Gruppe die 3 Wochen Aufenthalt inkl. Trekking u.v.m. schon lange im Voraus geplant hatte wurde am darauffolgenden Tag am Flughafen herzlichst begrüßt.
Der Numbur Cheesse Circut – Trek begann am Sonntag erst mal mit langem langem sitzen. Für die knapp 200km ins östlich gelegene Shivalaya (1790m) haben wir über 10 Stunden Busfahrt gebraucht.
Neben den 11 Trägern (Portern), 2 Guides und 4 Küchen-Mitarbeitern bestand die Gruppe aus Klaus, Heinz, Johannes, Karl, Thomas und mir.
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| auf dem Weg zum Trek: Männer/Jungs sind doch alle gleich... |
Bepackt waren wir mit einigen Zelten, darunter ein Küchen- und ein Toilettenzelt, über 50 Liter Kerosin zum Kochen, mehr als 30kg Reis, 180 rohen Eiern und jeder Menge weiterem Gepäck und Lebensmitteln.
Das war notwendig, denn in den ersten 7-8 Tagesetappen gab es keine Möglichkeit in Guesthouses zu übernachten oder irgendwo ein Essen zu bestellen.
Überhaupt ist der NCC-Trek noch sehr jungfräulich. Seit er 2008 eröffnet wurde sind gerade mal 46 Gruppen vor uns den Trek gelaufen, allerdings noch nie eine solch große Gruppe (können wir uns jetzt was drauf einbilden… ;-).
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| Gurtpflicht besteht in Nepal nicht |
Die ersten beiden Tage der angekündigten „Genusswanderung“ (Klaus) waren auch wirklich einfach zu laufen und die Nachmittage konnten wir die Sonne auf 2200m und 3100m genießen. In den Dörfern wurden wir von den Einheimischen zum Tee eingeladen, haben zusehen dürfen wie Frauen für ein Verdienst von 1 US$ pro Tag Papier herstellen und haben einen Yak-Bauern und seine Familie kennengelernt.
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| los gehts! |
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| kurze Rast |
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| Frauen & Kinder bei der Papierherstellung |
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| hier sind westliche Touristen noch nichts Alltägliches |
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| ein Großteil des Teams |
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| die Kinder des Yak-Bauern |
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| Camping mit Ausblick auf 3100m |
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| die Kinder freuen sich über Geschenke |
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| ich konnts kaum lupfen! |
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| irgendwie muss man sich ja warm halten! |
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| let me introduce you: Hari (Guide), Ich, Klaus, Johannes, Karl, Heinz, Thomas und die Family |
Am dritten Tag ging es steil bergauf, 1000 Höhenmeter waren zu bewältigen, darunter mussten wir die ersten Schnee- und Eisfelder durchqueren, um dann, mit leichten Kopfschmerzen und Schwindel aufgrund der Höhe, am Campingspot unseren Nepali-Tea trinken zu können.
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| Blick zurück |
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| Namaste |
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| tibetische Gebetsfahnen auf 3700m |
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| Gebetstafeln |
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| bloß nicht abrutschen! |
Genießen konnten wir den Nachmittag dort nicht mehr wirklich, nachdem wir noch mal 100 Höhenmeter ohne Gepäck erklommen haben (dann schläft man wohl besser) hat sich die Sonne verzogen und des wurde sofort eisig kalt.
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| wir beim "Höhentraining" |
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| zumindest etwas windgeschützt... |
Gegen 17Uhr setzte zu allem Übel auch noch Schneefall ein, der im Laufe des Abends zum Schneesturm mutierte. Bibbernd lagen wir in unseren Schlafsäcken, das war der einzig relativ warme Ort. Relativ… Denn am nächsten Morgen war meine Wasserflasche und Zahnbürste (lagen beide im Zelt) gefroren und die Schlafsack-Oberfläche war mit Eiskristallen bedeckt…
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| schon mal im Winter gecampt!? |
Gerechnet hatte niemand mit dem Wintereinbruch, normalerweise hat es zu dieser Jahreszeit nachts minimal 0° Grad, willkommen Klimawandel…
Bevor am 4ten Tag die Karawane weiterzog sind wir in aller Frühe hoch zu einem (natürlich) gefrorenen Gebirgssee („Ghost Lake“) auf 4550m. Wie schön endlich mal ohne Gepäck zu laufen, denn ansonsten hatte ich ja meine ca. 10kg auf dem Rücken (der Rest der Gruppe hatte nur Tagesrucksäcke und die schweren Backpacks wurden von den Portern getragen).
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| Aussicht & Ich vom Ghost Lake |
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| 4550m - die Luft ist dünn, die Stimmung gut! |
Von oben hatten wir einen tollen Blick über Berge und Täler und das war ein schöner Vorgeschmack auf das, was uns die nächsten Tage erwarten sollte.
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| kleiner Abstieg zwischendurch... |
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| total entspannt, zumindest fürs Foto... |
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| wer braucht schon Strümpfe? Die Porter jedenfalls nicht |
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| das ham se sich verdient! |
Schon die nächste Nacht verbrachten wir auf 4350m – natürlich wieder bei Minusgraden und Schnee… ;-)
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| unsere Hütte auf 4350m bei der Ankunft... |
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| ...und am nächsten Morgen... |
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| wir bauen einen nepalesischen Schneemann |
Den ersten Pass haben wir dann am 5ten Tag überquert, auf 4650m. Hört sich gar nicht so hoch an, aber in dieser Höhe fällt einem jeder Schritt schwer, man leidet ggf. an Kurzatmigkeit und/oder Herzrasen (wegen dem geringen Sauerstoffgehalt) und schlecht schlafen tut man in dieser Höhe meist sowieso.
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| da gehts hoch! |
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| Blick in die Ferne |
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| Nepalesen haben wohl kein Heiß-Kalt-Gefühl?!?! |
Vormittags war es glücklicherweise meist sonnig und der Himmel klar, so sind wir immer früh los und konnten zumindest bei angenehmen Temperaturen laufen.
Am Mittag des 6ten erreichten wir bei leichtem Schneefall Tare Kharka auf 4140m.
Die anstrengendste, aber vielleicht auch schönste Tagesetappe stand uns da aber noch bevor…
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| Tare Kharka - die Berge lassen sich schon erahnen |
- Fortsetzung folgt in ein paar Tagen!
Liebe Grüße euer Reinhold!
7 Kommentare:
Mannometer! Respekt!!! Bitte bald mehr,
deine Schwester.
Reinhold, aha. Muss man sich ein bisschen dran gewöhnen, aber wenn du so genannt werden möchtest, bitteschön!
sagt wer?
Ich bin einfach nur beeindruckt und das von JEDEM deiner Blogeinträge. Schade, dass das wohl irgendwann ein Ende haben wird.
Ich habe in Australien viele Leute kennen gelernt, doch über manche Bekanntschaften freut man sich mehr als über andere;-)
Martin
Hi Jochen, Kompliment! Tolle Bilder, authendische Berichte. Warte mit Spannung auf die Fortsetzung ...
Crew Mitglied Johannes
Ich bin beeindruckt! Mit Schnee und solchen Abenteuern habt ihr wohl nicht gerechnet. Alle Achtung vor eurer Leistung! Auch vor der eurer Porter, Guides und Küchenmänner. Gott sei Dank hattet Ihr die dabei...Freu mich, wenn Ihr wieder zurück seid. Besonders auf Johannes (meinen Liebsten)Hildegard
Ja, die Porter, dazu zähle ich das schleppende Küchenteam jetzt auch mal, hat uns immer wieder zum Stauen und Rätseln gebracht. Unglaublich was diese Leute leisten können!
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